Ludwig Boltzmann Institut für Sozialpsychiatrie

Achtung: neue Forschungsstelle!

Das Ludwig Boltzmann Institut für Sozialpsychiatrie hat mit Ende 2014 seine Forschungstätigkeit unter der Ägide der Ludwig Boltzmann Gesellschaft eingestellt. Alle Inhalte auf dieser Webseite werden nicht mehr aktualisiert.

Eine Fortsetzung der Forschungstätigkeiten findet am IMEHPS.research - Forschungsinstitut für Sozialpsychiatrie, statt.
Informationen und Anfragen unter: www.imehps.at

Über uns

Das Ludwig Boltzmann Institut für Sozialpsychiatrie befasst sich mit den sozialen Kontexten, die das Auftreten, die Ausgestaltung, den Verlauf und die Bewältigung psychischer Störungen und deren Folgeerscheinungen beeinflussen. Sozialpsychiatrie ist damit eine wesentliche Ergänzung der beiden anderen Haupttypen der Psychiatrie, der biologischen und der psychotherapeutischen Psychiatrie. Vereinfacht und mit einem Bild des PC ausgedrückt: In der biologischen Psychiatrie wird angenommen, dass die Hardware defekt ist; in der psychotherapeutischen Psychiatrie wird die Ansicht vertreten, die Hardware sei in Ordnung, aber der PC ist falsch programmiert; in der Sozialpsychiatrie wird der Aspekt betrachtet, dass sich einzelne Computer in einer bestimmten Umgebung befinden und miteinander vernetzt sind.

Die Beziehung zur Umgebung lässt sich auf 3 Ebenen konzipieren: der mikro- (z.B. Familie), der meso- (z.B. Organisationen) und der makrosozialen Ebene (z.B. kulturelle Faktoren, Versorgungssysteme, Stigma). In Hinblick auf den zeitlichen Aspekt der Entwicklung von psychischen Störungen wird das gesamte Spektrum von Gesundheitsförderung und Prävention, über Therapie bis zu Rehabilitation und Reintegration bearbeitet.

Derzeit werden am Institut schwerpunktmäßig mehrjährige Projekte durchgeführt, die sich mit psychischen Störungen bei gesellschaftlichen Rand- und Risikogruppen befassen und die entsprechenden Hilfeeinrichtungen analysieren. Dabei sind spezifische Themen u.a.: Finanzierung und Zugänglichkeit von helfenden Einrichtungen, Stigma, Menschenrechte, Migration und suizidales Verhalten. Lebensqualität und die Betroffenen- und Angehörigenperspektive sind weitere Schwerpunkte.

Ein Großteil des vom Ludwig Boltzmann Institut für Sozialpsychiatrie bearbeiteten wissenschaftlichen Gebietes wird heute international als "Public Mental Health" bezeichnet. Auf diesem Gebiet hat das Institut jahrzehntelang Pionierarbeit geleistet und gehört zu den diesbezüglich internationalen InnovationsführerInnen, auch durch Herausgabe der führenden englischsprachigen wissenschaftlichen Zeitschrift ("Social Psychiatry and Psychiatric Epidemiology"). Neben Wissensgenerierung und -evaluierung ist die Wissensverbreitung in die entsprechenden Wissenschafts-, Politik- und Praxisfelder ein zentrales Anliegen des Instituts.